Die Frage
Wie viele Menschen müssen in Deutschland zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), aus welchen Gründen – und wie gehen die Begutachtungen aus? Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wertet dazu jedes Jahr die Gutachten aller amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung aus. Im August 2026 wurden die Zahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht.
Das Ergebnis
Im Jahr 2025 gab es bundesweit 70.135 MPU – fast 7 Prozent weniger als im Vorjahr mit 75.257. Damit setzt sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre fort.
Häufigster Anlass bleibt Alkohol: Rund 40 Prozent der Gutachten betrafen Alkohol-Fragestellungen. Danach folgen „Drogen und Medikamente“ mit etwa 21 Prozent; im Jahr 2024 waren es noch rund 25 Prozent. Ob dieser Rückgang mit den geänderten Regeln für Cannabis im Straßenverkehr seit 2024 zusammenhängt, liegt nahe, lässt sich aus der Statistik allein aber nicht belegen.
Bei den Ergebnissen gab es gegenüber dem Vorjahr keine relevanten Veränderungen: 40.678 Personen wurden als geeignet beurteilt, 26.651 Personen erhielten ein negatives Gutachten – das sind rund 38 Prozent, also fast vier von zehn. In bestimmten Fällen kann das Gutachten zudem die Teilnahme an einem Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung empfehlen.
Die Bedeutung für den Alltag
Die Zahlen zeigen: Die MPU ist keine Formsache. Gerade in einem ländlich geprägten Raum wie dem Landkreis Landsberg am Lech hängen Arbeitsweg, Beruf und Familienalltag oft am Führerschein – ein negatives Gutachten bedeutet dann meist Monate zusätzlicher Wartezeit und erneute Kosten.
Entscheidend für ein positives Gutachten ist nicht das Auswendiglernen von Antworten, sondern eine nachvollziehbare Auseinandersetzung mit der eigenen Vorgeschichte und stabile, belegbare Veränderungen. Weil zum Beispiel Abstinenznachweise einen längeren Zeitraum abdecken müssen, lohnt es sich, frühzeitig mit der Vorbereitung zu beginnen – idealerweise schon kurz nach dem Führerscheinentzug.
Die Quelle
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt): Jahresstatistik zur Begutachtung der Fahreignung 2025, berichtet am 24.08.2026: autohaus.de